Grundschulforschung

Frau Anne-Kathrin Buttchereyt

Forschungs- und Arbeitsinteressen

  • Adaptives Lehren, Heterogenität, Inklusion und responsives Unterrichtshandeln
  • Unterrichtsinteraktion und mikro-genetische Videoanalyse
  • Lehrer:innengesundheit und professionelle Resilienz

seit 11/21 I Abgeordnete Lehrkraft als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am IFB

SoSe 2020 I Lehrauftrag „Orchestrierung von Grundschulunterricht und Rolle der Lehrperson“, Institut für Bildungsforschung in der School of Education der Bergischen Universität Wuppertal

8/2019 I Externe Promovendin am Institut für Bildungsforschung in der School of Education der Bergischen Universität Wuppertal, Arbeitsgruppe 'Grundschulforschung' Jun.-Prof. Dr. Claudia Kastens

2/2019 in Beurlaubung

8/2015 I Grundschullehrerin an der Gemeinschaftsgrundschule Nathrather Straße in Wuppertal Vohwinkel

8/2015 – 7/2017 I Mitglied im Arbeitskreis der Seiteneinsteigerklassen der Stadt Wuppertal

7/2013 - 7/2015 I Grundschullehrerin für das Schulamt der Stadt Wuppertal an insgesamt 17 Schulen

Abschluss: 2. Staatsexamen für das Grundschullehramt

11/2011 - 4/2013 I Lehramtsanwärterin am ZfsL Essen

Abschluss: 1. Staatsexamen

10/2002 - 7/2006 I Studium des Lehramts der Primarstufe an der Bergischen Universität Wuppertal mit den Fächern Englisch, ev. Religion und Deutsch

7/2002 I Abitur am Theodor-Heuss-Gymnasium Radevormwald

Buttchereyt, A. K., & Kastens, C. (2024). Entwicklung eines Kategoriensystems zur Identifizierung adaptivem Lehrer: innenhandelns im Mathematikunterricht der Grundschule. Grundschulforschung meets Kindheitsforschung reloaded, 385.

  • September 2023: Poster, Grundschulforschungstagung, Siegen
    Wie sieht adaptives Lehrer:innen-Handeln in der Grundschule aus?"
     
  • 07.06.2024: Vortrag, Nationale Arbeitstagung der AG „Adaptivität“, Bielefeld
     „Adaptives Lehrer:innen-Handeln im Mathematikunterricht – Passungsprobleme auf der Mikroebene und Reaktionen der Lehrkraft darauf“
     
  • Juni 2024: Round Table, JURE, Sevilla (Spanien)
    Adaptive Teaching in Mathematics lessons – “Fitting Problems on a Mirco-Level and the Teacher`s Reactions to them”
     
  • August 2024: Poster, ECER, Nikosia (Zypern)
    „Already adaptive or just explained differently? – Identification of Adaptive Teaching through Videography in Elementary School Mathematics Lessons”
     
  • September 2025: Vortrag, Grundschulforschungstagung, Vorarlberg (AT)
    „Adaptives Lehrer*innen-Handeln im Mathematikunterricht - Instruktionsbedarfe auf der Mikroebene und der Umgang damit“
     
  • September 2025: Vortrag, AEPF, Essen/Duisburg
    „Adaptives Handeln im Mathematikunterricht – Ereignisse auf der Mikroebene und der Umgang damit“
     
  • Oktober 2025: (Annahme des Antrags von der DFG)
    Mitglied  im DFG  Forschungsnetzwerk
    „ALL-GS - Adaptives Lernen und Lehren in der Grundschule“
     
  • März 2026: (angenommener Beitrag als)
    Vortrag, GEBF-Kongress der Gesellschaft für empirische Bildungsforschung München
    „Ein empirisch fundiertes Kategoriensystem zur Identifikation adaptiven Lehrerhandelns im Mathematikunterricht der Grundschule“
     
  • April 2026: (angenommener Beitrag als)
    Poster, AERA Annual Meeting der American Educational Research Association, Los Angeles (USA)
    „A Video-Based Category System for Identifying Adaptive Teaching Interactions in Elementary Mathematics"

Während der Corona-Pandemie ergaben sich durch Unterrichtsausfall und Distanzunterricht bei vielen Schüler*innen teilweise hohe Lernrückstände. Die Ständige Wissenschaftliche Kommission der Kultusministerkonferenz (SWK, 2021) empfiehlt daher für die dringend benötigten Fördermaßnahmen eine Fokussierung auf a) besonders betroffene Gruppen, b) Übergangsphasen, c) Basiskompetenzen. Ein zentrales Kriterium für die Qualität von Fördermaßnahmen ist der SWK zufolge eine entsprechende Qualifizierung der Personen, die die Fördermaßnahmen durchführen. Weiterhin müsse die jeweilige Lernausgangslage diagnostiziert und ein Monitoring des Lernfortschritts erfolgen. Mit den beiden Projekten „FUN – Förderung und Nachhilfe“ und „students@school“ werden diese Kriterien mit unterschiedlichen Ansätzen und Schwerpunkten an der Bergischen Universität umgesetzt.

Die durch Schulschließungen und Distanzunterricht während der Pandemie beobachteten Lernrückstände zeigten sich in besonders dramatischer Form an Grundschulen. Gerade jüngere Kinder und solche aus herausfordernden sozialen Lagen hatten Schwierigkeiten, zuhause und allein zu lernen (SWK, 2021). Dies betraf insbesondere den Erwerb grundlegender Kompetenzen im Lesen, Schreiben und Rechnen. Auf eine von uns im Frühjahr 2021 durchgeführte Anfrage meldeten 30 Wuppertaler Grundschulen für über 1300 Kinder der 1. bis 4. Klassen schwere Lernrückstände an, für die sie zusätzliche intensive Förderung benötigen würden.

Im kombinatorischen Bachelor können angehende Grundschullehrkräfte das Modul „Heterogenität und individuelle Förderung“ belegen. Hier erwerben Studierende im Einführungsseminar Kenntnisse zur Diagnose und Förderung von Lese- und Rechenfähigkeiten und im Schreiben. Sie erarbeiten im nachfolgenden Vertiefungsseminar Förderkonzepte und setzen diese an Wuppertaler Grundschulen um. Zudem werden weitere Prädiktoren von Lernerfolg, wie Motivation, Selbstkonzept und kognitive Belastung diskutiert.

Zum Start des FUN-Projekts im Sommersemester 2021 wurden etwa 180 Kinder aus insgesamt 28 Wuppertaler Grundschulen während der Sommerferien gefördert. Inzwischen ist die Förderung in die Organisation der Nachmittagsbetreuung integriert. Die Förderung erfolgt dabei ergänzend zum Unterricht, findet ein- oder zweimal in der Woche statt und wird in Absprache mit den Klassen- und Fachlehrkräften organisiert (u. a. hospitieren die Studierenden vor Beginn der Förderung in den Klassen und sprechen Förderinhalte ab). Im Schnitt wird dabei jedes Kind für etwa 40 Schulstunden gefördert. Mit diesem Vorgehen setzen wir wichtige Forderungen der SWK um, gleichzeitig erfordert dies in der Praxis große Anstrengungen von den Schulen. Die Schaffung verlässlicher Kommunikationsstrukturen und Absprachen zum Vorgehen haben sich als notwendig, aber auch herausfordernd erwiesen. Insgesamt wurden in den letzten zwei Jahren etwa 500 Kinder durch 175 Wuppertaler Studierende gefördert und eine nachhaltige Kooperation mit derzeit neun Grundschulen geschaffen. An den Schulen können zweimal im Jahr Förderphasen angeboten werden. Durch regelmäßige Netzwerktreffen und eine kooperative Umsetzung des Projekts wirkt sich die Teilnahme am Projekt auch auf Aspekte der Schulentwicklung aus. Studierende können bereits früh in ihrem Studium theoretisches Wissen in der Praxis anwenden und werden dabei engmaschig begleitet. Für die teilnehmenden Kinder zeigt sich, dass die Fördermaßnahmen dazu beitragen konnten, stetige kleinschrittige Zuwächse zu erwirken und dass langfristige Teilnahme eine kontinuierliche Förderung ermöglicht, sodass auch nach Abschluss einer Förderphase Fähigkeiten erhalten bleiben bzw. zunehmen können.